Arbeitsgruppe MTA

‚Hidden Champions‘ in Deutschlands Laboren: Labormedizin braucht MTLA

Wie wichtig Medizinische Technologinnen und Technologen für Laboratoriumsanalytik (MTLA) in der Gesundheitsversorgung sind, hat uns gerade die Pandemie vor Augen geführt. Ohne die ‚Hidden Champions‘ in den fachärztlichen Laboren könnten weder die vielen SARS-CoV-2-PCR-Testungen durchgeführt noch die wichtige Diagnostik in der Notfall- und Routineversorgung bewältigt werden. Dennoch ist der Beruf in der Öffentlichkeit wenig bekannt und der Mangel an Nachwuchs stellt die Labore vor große Herausforderungen.

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Beruf MTLA: vielseitig, innovativ und systemrelevant

Wie herausfordernd und abwechslungsreich der Beruf der MTLA ist, zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel der Pandemie: In kürzester Zeit musste die SARS-CoV-2-PCR-Diagnostik in den Laboren etabliert und fortlaufend an neue Erregertypen angepasst und weiterentwickelt werden. MTLA waren und sind daran immer wesentlich beteiligt, Hand in Hand mit Fachärzt*innen und weiteren Berufsgruppen in den Laboren.

Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse werden Analyseverfahren im Labor häufig angepasst oder neu etabliert, um Prävention, Früherkennung, Prognose oder Therapie bestmöglich zu unterstützen. Aber auch digitale und technische Innovationen in der Labormedizin tragen dazu bei, dass Patient*innen so schnell wie möglich die richtige Diagnose bekommen. Durch die sehr dynamischen Entwicklungen im Bereich der Laboranalytik ist der Beruf spannend und bietet viel Potenzial für persönliche und fachliche Weiterentwicklung.

Die fachlichen Inhalte des Berufs sind breit gefächert und decken alle labordiagnostischen Bereiche ab, darunter die Hämatologie, Immunologie, Endokrinologie, Klinische Chemie, Molekular- und Mikrobiologie oder Virologie. Entsprechend vielfältig sind die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für den Beruf wichtig sind. In den verschiedenen Fachbereichen bieten sich immer wieder Möglichkeiten, neue Verfahren, Methoden und Arbeitsweisen kennenzulernen.

Gemeinsam für Ihre Gesundheit. Beruf MTLA
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Beruf MTLA: Elisabeth von Lengerken war schon während ihrer Ausbildung klar, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat. Als MTLA in der Immunologie trägt sie eine hohe Verantwortung, denn sie kümmert sich um Störungen des Immunsystems. „Wir tun alles, damit Patienten so schnell wie möglich die richtige Diagnose bekommen.“ (Aus der Initiative „Gemeinsam für Ihre Gesundheit“ des ALM und VDGH e.V. www.besser-leben-mit-labor.de)

Carola Jaster, staatl. anerkannte MTLA/Gesundheitsbetriebswirtin (DIW-MTA), Prokuristin/Abteilungsleitung Basislabor

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Beruf MTLA: Elisabeth von Lengerken war schon während ihrer Ausbildung klar, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat. Als MTLA in der Immunologie trägt sie eine hohe Verantwortung, denn sie kümmert sich um Störungen des Immunsystems. „Wir tun alles, damit Patienten so schnell wie möglich die richtige Diagnose bekommen.“ (aus der Initiative „Gemeinsam für Ihre Gesundheit“ des ALM und VDGH e.V.)

„Die Berufe in der medizinischen Technologie sichern im medizinisch-technischen Bereich eine qualitativ hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten. Sie nehmen im Bereich der medizinischen Diagnostik und Therapie mit den ihnen im jeweiligen Beruf vorbehaltenen Tätigkeiten eine technische Schlüsselfunktion ein.“

Regierungsentwurf der MT-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (BR-Drs. 635/21 vom 02.08.2021, S. 93, Regierungsentwurf der MTAprV).

Neuordnung der MTA-Ausbildung ab 2023: Chance und Herausforderung

Der Mangel an qualifiziertem Personal, vor allem gut ausgebildeten MTLA, stellt die fachärztlichen Labore in Deutschland bereits seit längerer Zeit vor große Herausforderungen. Einem attraktiven und auf allen Ebenen gut organisierten Ausbildungsangebot für junge Menschen kommt daher eine besondere Rolle zu. Mit der zum Jahreswechsel 2023 in Kraft tretenden Neuordnung wird die MTA-Ausbildung modernisiert und grundlegend reformiert.

Auszubildende werden künftig direkt den Laboren zugewiesen, wobei 2.000 Praxisstunden verteilt über unterschiedliche Kompetenzbereiche abzudecken sind. Die Intensivierung der praktischen Ausbildung im Labor wird für alle Beteiligten von Vorteil sein. Die neue Komplexität bedeutet für die fachärztlichen Labore jedoch auch neue Aufgaben und erfordert zusätzliche Kapazitäten, um eine qualitativ hochwertige und attraktive Ausbildung für möglichst viele interessierte Talente sicherzustellen.

Die gesetzlichen Grundlagen der MTLA-Ausbildung ab 2023 sind zudem nicht konsequent zu Ende gedacht und leiden an einer massiven Finanzierungslücke, da die niedergelassenen (im Schwerpunkt ambulant tätigen) Labore bis dato mit den erheblichen Mehrkosten für die MTLA-Ausbildung allein gelassen werden. Das führt zu Planungsunsicherheit und birgt das Risiko einer erheblich verringerten Zahl so dringend benötigter Ausbildungsplätze. Beide Herausforderungen packen wir derzeit an.

Dr. Michael Müller (1. Vorsitzender ALM e.V.), Fabian Raddatz (Sprecher der AG MTA des ALM e.V.). In: Management & Krankenhaus 06/2022

Arbeitsgruppe MTA: Wer wir sind und was wir tun

Wir haben uns im Kreise diverser Expert*innen aus den im ALM e.V. vertretenen Unternehmen der Stärkung des medizinisch-technischen Dienstes, insbesondere der Berufsgruppe der MTLA, in Deutschlands fachärztlichen Laboren verschrieben. In unserer Arbeitsgruppe verbinden wir laborärztliche und medizinisch-technische Kompetenz mit langjährigem Knowhow aus den Bereichen Personal, Aus- und Fortbildung, Marketing sowie Regulatory & Governance.

Unsere Themen bearbeiten wir gemeinsam in Regelterminen sowie in Kleingruppen. Wichtig ist uns ein offener und vertrauensvoller Umgang in einer angenehmen und konstruktiven Arbeitsatmosphäre, in der die Dinge beim Namen genannt werden dürfen.

Mission und Arbeitsfelder

Wir fördern die Attraktivität des Berufsstandes der MTLA und weiterer Fachkräfte in unseren Laboren durch gezielte Kommunikation, Information sowie Marketing- und Presseaktivitäten und unterstützen so unsere Mitgliedsunternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften.

Wir begleiten aktiv Veränderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen – bspw. zur Ausbildung der MTA-Berufe – und vertreten die Interessen der fachärztlichen Labore auch in Gesetzgebungsverfahren und gegenüber staatlichen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Landesebene.

Wir erarbeiten Konzepte, Handreichungen und weitere Dokumente für unsere Mitgliedsunternehmen, um diese bspw. bei den Herausforderungen rund um die Ausbildung von MTLA oder im Rahmen behördlicher Verfahren (zur Anerkennung ausländisch qualifizierter Fachkräfte) bestmöglich zu unterstützen.

Wir vernetzen uns in der Branche, mit anderen Berufsverbänden, mit Gesundheitsunternehmen, Bildungseinrichtungen und weiteren Stakeholdern, um unsere Themen zu befördern und als Austauschpartner zur Verfügung zu stehen.

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