Datenauswertung der Akkreditierten Labore in der Medizin zur SARS-CoV-2-Testung der Labore in der KW 42 zeigt weiter hohe Zahl an SARS-CoV-2-PCR-Tests und stark steigende Positivrate

ALM: Priorisierung in der Nationalen Teststrategie hilft in der Praxis – wir alle sind jetzt gefordert, die Empfehlung AHA + A + L als gesellschaftliche Verantwortung jedes Einzelnen zu beachten!

Die Bundesregierung aktualisiert die Testverordnung und die Nationale Teststrategie und finalisiert mit den Bundesländern eine Muster-Quarantäneverordnung. Kurz vor dem Wochenende kursiert noch die Formulierungshilfe zum „Entwurf eines Dritten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder verschärfen die Regeln. Und Gerichte kippen teilweise Entscheidungen zu Beherbergungsverbot und Sperrzeiten. Die Vielfalt an Vorschriften und die zunehmende Unsicherheit in der Bevölkerung machten sich in der vergangenen Woche unter anderem in langen Schlangen vor Arztpraxen, aber auch in vielen Laboren bemerkbar, die zusätzliche Mengen an Tests zu bewältigen hatten: So lag die Zahl der SARS-CoV-2-PCR-Tests bei den teilnehmenden ambulanten und stationären Laboren der wöchentlichen Datenerhebung der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. mit 1.101.062 (+ 2 Prozent) Tests in der KW 42 entsprechend hoch. Die Zahl der positiven Tests lag dem bekannten sehr dynamischen Infektionsgeschehen entsprechend mit nun 40.276 um ca. 50 Prozent höher als in der Vorwoche. Die Positivrate stieg so auf 3,7 Prozent (Vorwoche: 2,5 Prozent). Bei insgesamt zunehmender Auslastung der Labore von 80 Prozent waren am Montag Früh bei den teilnehmenden 160 Laboren auch mehr Proben vom Wochenende noch ohne Befund (20.799 Tests, + 24 Prozent im Vergleich zur Vorwoche). „Wir brauchen einfache, klare, einheitliche und nachvollziehbare Regelungen, die jede Bürgerin und jeder Bürger verstehen und einhalten kann“, resümieren die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. „Sonst verschwenden wir mit anlasslosen Tests nicht nur medizinische Ressourcen, auch die Akzeptanz in der Bevölkerung gilt es im Blick zu halten“, sagt Dr. Michael Müller, der 1. Vorsitzende des ALM e.V. Die Vorstände des ALM e.V. weisen deshalb darauf hin, dass es geboten sei, die aktualisierte Nationale Teststrategie auch in der täglichen ärztlichen Praxis zu beachten. Dort seien die Testanlässe neu strukturiert und für den Fall von Engpässen bei den Testkapazitäten auch priorisiert worden. „Wichtig wäre, dass wir eine regionale Test-Koordination zwischen den Haus- und Fachärzten, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und den Laboren organisieren. Das würde auch uns Fachärzten im Labor helfen, die Ressourcen gezielter einzusetzen.“ Bei Fortsetzung der vermehrten anlasslosen Testung könnten die Laborkapazitäten an ihre Grenzen gelangen, so ALM-Vorsitzender Müller. Die den Entwicklungen in der COVID-19-Pandemie und den diagnostischen Entwicklungen entsprechend aktualisierte Nationale Teststrategie, die im Übrigen einen guten Überblick über die Priorisierung und die Empfehlungen zum jeweiligen Test-Typen gibt (siehe Schaubild des Robert-Koch-Instituts auf www.rki.de) schließt auch die SARS-CoV-2-Antigentests mit ein. Der ALM e.V. relativiert die Hoffnung auf eine schnelle Entlastung durch diese neuen Tests ein wenig und sieht insbesondere die Schnelltests zur Anwendung im „Hausgebrauch“ zurückhaltend: „Medizinische Tests gehören primär in die Hände von Ärzten und medizinischem Fachpersonal, das für die Durchführung von Tests ausgebildet ist“, sagt Evangelos Kotsopoulos. Darüber hinaus sei wichtig, dass solche Tests zum Einsatz kommen, die bestimmte Qualitätskriterien erreichen, so der Vorstand im ALM. Dazu habe das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) nun erstmals eine Liste veröffentlicht. Darüber hinaus gebe es dazu sehr gute Empfehlungen auf der Homepage des RKI. „Wir brauchen zudem herstellerunabhängige vergleichende Evaluationen der verfügbaren Antigentests, damit Praxen, Krankenhäuser und Alten- wie Pflegeheime sich gut orientieren können“, erklärt Evangelos Kotsopoulos. Ganz wesentlich hierbei sei die analytische Empfindlichkeit von Antigentests, die bekanntermaßen unterhalb der Empfindlichkeit von PCR-Test liegt. Kotsopoulos: „Man sollte berücksichtigen, dass diese Tests einen Teil der asymptomatischen Infizierten nicht erkennen können und zu falsch-negative Befunden führen können.“ Ohnehin bleibe ein negatives Testergebnis immer nur eine Momentaufnahme, erläutert auch Dr. Michael Müller und erinnert daran, sich mit einem negativen Testergebnis nicht in Sicherheit zu wiegen. Ohnehin sieht der ALM-Vorsitzende den entscheidenden Baustein für die Reduktion des Infektionsrisikos mit COVID-19 weiterhin darin, die AHA + A + L- Empfehlung (Abstand/Hygiene/Alltagsmaske + Corona-Warn-App anwenden + Lüften) einzuhalten und darin, „dass wir als Gesellschaft in Verantwortung für uns selbst und für andere agieren, und dass sich jeder überlegt: Was ist jetzt wirklich wichtig für mich? Was brauche ich, damit unser Leben gut gelingt und dabei gleichzeitig die COVID-19-Pandemie eingedämmt werden kann?“, so Müller. Die Labordiagnostik helfe hier dabei, Infektionen zu erkennen, die Kontaktpersonen rasch zu testen und insbesondere vulnerable Gruppen durch gezielte Testungen zu schützen. Ein Hinweis in eigener Sache: Um insbesondere Landrät*innen und Bürgermeister*innen sowie Entscheider*innen für die labordiagnostische Versorgung vor Ort einen besseren Überblick zu geben, haben wir die Informationsseite „Corona Diagnostik Insights“ mit Laborfinder sowie Zahlen, Daten und Fakten zur Covid-19-Labordiagnostik eingerichtet. Diese erreichen Sie unter www.corona-diagnostik-insights.de Darüber hinaus finden Sie hier auf unserer Homepage FAQ zum Thema. Diese aktualisieren wir regelmäßig. Bei weiteren Fragen freuen wir uns über Ihre schriftliche Anfrage an c.wanke@alm-ev.de. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen. Weitere Infos zum SARS-CoV-2 Virus und zu Covid-19 und zur aktuellen Lage finden Sie unter www.rki.de  /  www.bmg.bund.de  /  www.kbv.de

Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.

ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzt*innen, rund 500 Naturwissenschaftler*innen und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeiter*innen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland.

Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK).

Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.

Pressekontakt

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Akkreditierte Labore in der Medizin – ALM e.V.
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10115 Berlin

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Wir fordern eine Verbesserung der Qualität in Testzentren🧪:

Mit dem COVID-19-Schutzgesetz ist dem Bundesminister für Gesundheit kein großer Wurf gelungen. Die Regelungen verhindern nicht den Missbrauchs in den Testzentren, sondern regeln lediglich die anschließende Kontrolle.

Den leichten Wiederanstieg der #Corona-Wellen belegen auch die heute vorgestellten Zahlen des Laborverbandes @ALMevTeam. Demnach ist in den letzten 14 Tagen sowohl die Zahl der PCR-Tests insgesamt also auch der Anteil der positiven Testergebnisse wieder gestiegen. (10/x)

#Corona-Testzahlen der KW37:

👉🏼 491.712 durchgeführte PCR-Tests (KW36: 466.209)
👉🏼 davon waren 173.991 positiv (KW36: 155.960)
👉🏼 Positivrate liegt bei 35,4% (KW36: 33,5%)

Fun fact: Rund 350.000 Kilometer legen wir jeden Tag für Labordiagnostik 🚚🧪zurück.

👉Denn mehr als 3/4 der Diagnosen werden auf Grundlage eines Laborergebnisses gestellt. Diese müssen von Praxen, Krankenhäusern und Ambulanzen zügig in unsere Labore gebracht werden.

Wie sieht die Diagnostik im Jahr 2030 aus? 🧪🤖
Darüber sprechen wir auf unserer Fokusveranstaltung am 21.11.

Robotik, Machine Learning, Interoperabilität, Big Data und Künstliche Intelligenz sind hier einige Buzzwords, die wir dort aufgreifen werden.

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Fokusveranstaltung des ALM e.V. 2022

Zukunft Labordiagnostik – Die Fokusveranstaltung des ALM e.V. 2022 DIAGNOSTIK 2030: Digital, innovativ, leistungsfähig — Gute Medizin nur mit...

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In der aktuellen Ausgabe der @RedaktionMK beschreiben unsere Vorstände Nina Beikert und Dr. Michael Müller ihre "Lessons learned" der SARS-CoV-2-Pandemie.

Der Artikel ist hier einsehbar (Seite 32):
https://www.management-krankenhaus.de/restricted-files/152364

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Knapp 1,8 Mio
offene Stellen im Gesundheitswesen können in 2035 voraussichtlich nicht mehr besetzt werden

Hier geht es zur Studie:

https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma/fachkraeftemangel-im-deutschen-gesundheitswesen-2022.html

Laut einer Studie zum Fachkräftemangel können im Jahr 2035 in 🇩🇪voraussichtlich 1,8 Millionen offene Stellen im Gesundheitswesen nicht mehr besetzt werden. Davon ist auch die Labormedizin betroffen.

In unserem Papier zeigen wir mögliche Lösungen auf:
https://www.alm-ev.de/aktivitaeten/arbeitsgruppen/ag-mta/

Für ein weiteres Auslaufen der #Sommerwelle sprechen auch die Test-Zahlen, die der Laborverband @ALMevTeam heute veröffentlicht hat. Wichtig ist hierbei vor allem, dass der Anteil der positiven Tests von 40,1% vor 2 Wochen auf nun 34,1% gesunken ist. (8/x)

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