ALM aktuell 04/2022

Labore: Plötzlich im Fokus der Öffentlichkeit

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Wer kennt das nicht, wenn die behandelnde Ärztin mit Blick auf den Laborbefund und den Cholesterinwert naserümpfend eine gesündere Lebensweise empfiehlt? Und mal ehrlich: Kaum eine Patientin oder ein Patient hat sich vor der Pandemie gefragt, woher die Laborwerte eigentlich kommen. Eine maßgebliche Rolle spielte die Labormedizin lediglich in medizinischen Fachkreisen und Fachpublikationen. Doch ein Virus änderte alles.

Axel Oppold-Soda, Referent des ALM e.V.

Dr. Michael Müller auf der Bundespressekonferenz zur Pandemielage am 03.11.2020
Dr. Michael Müller auf der Bundespressekonferenz zur Pandemielage am 03.11.2020

Gewaltiger Wissensdurst der Medien

Plötzlich standen neben den spezialisierten Virologen auch die Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin als gefragte Expert*innen im Licht der Öffentlichkeit. Auch in der Geschäftsstelle des ALM e. V. änderte sich in diesem Moment vieles. Auf einmal waren wir sehr gefragt und der Wissensdurst der Medien war gewaltig. Viele Journalistinnen und Journalisten suchten bei Ihren Recherchen den direkten Kontakt zu uns und den Fachärzt*innen in den Laboren.

In Spitzenzeiten erreichten uns täglich bis zu 30 Anfragen mit zum Teil überaus komplexen Fragenkatalogen. Während in großen Unternehmen und Verbänden eigene Pressestellen die Medien versorgen, war beim ALM e. V. ein nur kleines Team mit der Herausforderung konfrontiert, die Flut an Anfragen zu koordinieren. Aber wie heißt es so schön: Man wächst mit seinen Herausforderungen!

Auch zahlreiche Vertreter*innen unterschiedlichster Ebenen der Politik, die wichtige Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen hatten, baten um fachliche Expertise aus den Laboren. Eine der häufigsten Fragen war: „Wo befinden sich die nächstgelegenen Labore, die auf den SARS-CoV-2-Virus testen können?“ Um die Anfragen zu kanalisieren, realisierten wir die Website www.corona-diagnostik-insights.de. Hier wurden alle Labore, welche die Diagnostik in kürzester Zeit etabliert hatten, erfasst. Mit PLZ-Suche konnten Labore in der Nähe gefunden werden. Auch der FAQ-Bereich half dabei, viele fachlichen Fragen gesammelt zu beantworten.

105 Pressemitteilungen, 34 Pressekonferenzen

Vor allem zu Beginn der Pandemie war in vielen Artikeln vieles nicht ‚fachlich korrekt‘. Zu komplexeren Sachverhalten mussten wir mehrere Anläufe nehmen, um medizinische Fakten so zu vermitteln, dass sie verstanden wurden.

Zum Verständnis beigetragen hat sicher auch unsere wöchentliche Pressemitteilung. Innerhalb von 24 Monaten berichteten wir 105 mal zum Testgeschehen in Deutschland und die aktuelle Situation in den Laboren. Vor einem fachlich-medizinischen und dennoch verständlichen Hintergrund informierten wir die Öffentlichkeit und bezogen Stellung zu aktuellen Themen in der Pandemie. In insgesamt 34 Online-Pressekonferenzen, die jeweils ein breites Echo erzeugten, stellte sich der Vorstand des ALM e. V. den Fragen der Medienvertreter*innen.

Die Themen im Verlauf der Pandemie kamen und gingen, aber die Akkreditierten Labore in der Medizin blieben sich und ihrer fachlichen Expertise stets treu. Auch wenn wir intern so manchen Satz nicht mehr hören, lesen oder gar schreiben mochten. Dazu gehören auch so unverzichtbare Botschaften wie: „Auch weiterhin sollte konsequent die AHA + L-Regel befolgt werden“.

Manches musste stetig wiederholt werden, um sicherzustellen, dass Gesagtes und Geschriebenes auch wirklich ankommen.

Starke Community

Unsere auf fast 11.000 Follower*innen gewachsene Twitter-Community half uns über so manches Kräftetief hinweg. Auf das enorme Interesse an unserer Berichterstattung und die Anerkennung sind wir wirklich stolz.

Besonders hilfreich für uns als Verband war auch die stetig steigende Bereitschaft vieler Fachärztinnen und Fachärzte aus unseren Mitgliedslaboren, sich den Medien zu stellen und diesen einen tieferen Einblick in die Labormedizin zu gewähren. Viele beeindruckende Berichte in Radio- und TV-Sendern sowie Lokalzeitungen sind so entstanden. Sie alle haben zur positiven Wahrnehmung des Berufsstands der Labormedizin, der fachärztlichen Labore und letztlich auch unseres Verbandes beigetragen.

Für die Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Beteiligten sehr herzlich bedanken!

Verlässliche Rahmenbedingungen

Die Pandemie hat uns allen viel abverlangt. Vor allem ist hier der unermüdliche Einsatz der vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Laboren zu nennen, die sich Tag und Nacht, Woche für Woche, auch an Wochenenden und Feiertagen, für die Bekämpfung der Pandemie eingesetzt haben. Wir alle sind über uns hinausgewachsen. Die Expertinnen und Experten des ALM e. V. sind gefragte Gesprächspartner auf allen Ebenen und das ist auch gut so!

Die fachärztlichen Labore gewährleisten an jedem Tag und zu jeder Stunde zuverlässig eine moderne und qualitativ hochwertige Patientenversorgung. Von unserem Gesundheitswesen wünschen wir uns auch in Zukunft Verlässlichkeit bei der Sicherstellung der notwendigen Rahmenbedingungen.

Pressearbeit in Zahlen

(März 2020 bis April 2022)

  • 183 Labore aus dem ambulanten und stationären Bereich (davon 123 ALM-Mitgliedslabore) nehmen an der ALM-Datenerhebung teil. Sie repräsentieren mehr als 90 Prozent des PCR-Testgeschehens in Deutschland
  • 33 Pressekonferenzen mit Zahlen, Daten und Fakten zum SARS-CoV-2-Testgeschehen hielten die Expert*innen des ALM e. V. seit Anfang März 2020 ab, eine weitere zur MVZ-Studie
  • Im selben Zeitraum veröffentlichte der ALM e. V. 105 Pressemitteilungen mit der wöchentlichen Datenauswertung zur SARS-CoV-2-PCR-Testung
  • 465 ALM-Presseschauen mit den wichtigsten Meldungen zu Laborthemen erreichten unsere Abonnent*innen
  • Rund 3.200 gedruckte Presseartikel mit Bezug zum ALM e. V. und dessen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit haben wir gesammelt
  • Die Anzahl der Online-Artikel mit ALM-Bezug ist kaum zu ermitteln: Google-Suchbegriff ‚ALM e.V.‘ 10.200.000 Treffer; Google-Suchbegriff: ‚ALM LABOR‘ 4.020.000 Treffer
  • Mit 10.800 neuen Follower*innen twittern wir inzwischen an eine eigene Community. Unser wöchentlicher ‚Zahlentweet‘ erreicht durch Teilen und Liken rund 200.000 Twitter-Accounts. Pro Monat setzen wir 20–25 Tweets ab und erzeugen damit mehr als 500.000 Impressionen. Für einen Verband ist das extrem viel.
In dieser Ausgabe
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