Datenauswertung des ALM e.V. zur SARS-CoV-2-Testung der Labore in KW 38: Zahl der Tests sinkt dank zielgerichteter Teststrategie um 5 Prozent

Etwas weniger PCR-Tests und deutlich mehr positive Befunde: „AHA-Regel“ einhalten ist wichtiger denn je!

Nach überaus anstrengenden Wochen können die fachärztlichen Labore nun etwas aufatmen, denn aufgrund der Anpassung der Rechtsverordnung zu den SARS-CoV-2-PCR-Tests ist die Zahl der Tests in der vergangenen Woche leicht gesunken: In der 38. Kalenderwoche wurden in den 158 Laboren, die an der Analyse der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. teilnehmen, 965.363 Tests durchgeführt – 5 Prozent weniger als in der Woche zuvor. „Das ist eine Erleichterung, was die enorme Dauerbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Laboren angeht – aber noch längst keine Entwarnung, was die Pandemie selbst betrifft“, warnt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des fachärztlichen Berufsverbandes. „Denn mit fast einem Drittel mehr an positiven PCR-Befunden zeigt sich das wieder deutlich aktivere Infektionsgeschehen in vielen Bundesländern.“ Die erhebliche Verringerung des Rückstaus der am Montagfrüh noch nicht befundeten PCR-Tests auf 12.617 (KW 37: 32.400 Tests) ist ebenfalls Ausdruck der etwas nachlassenden Beanspruchung der Testkapazitäten. Die Auslastung der Labore beträgt noch 80 Prozent (Vorwoche: 86 Prozent). Die Kapazitäten konnten auf bereits sehr hohem Niveau noch leicht ausgebaut werden – auf nun 1.230.720 PCR-Tests pro Woche. 

„Wir begrüßen sehr, dass die Bundesregierung die Teststrategie geändert und das Testen von Reiserückkehren aus Nicht-Risikoländern wieder zurückgenommen hat“, sagt Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM e.V. Zuletzt habe sich die Lage in den Laboren dramatisch zugespitzt. „In zahlreichen Regionen hatten wir einen Auslastungsgrad von 100 Prozent. Auch mit Blick auf die kommende Herbst- und Wintersaison – und einem wahrscheinlich erhöhtem Testaufkommen – ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir sorgsam mit unserem Fachpersonal und den weiterhin knappen Testressourcen umgehen.“

Dass sich die Positivrate parallel zu den sinkenden Testzahlen von 0,9 auf 1,2 Prozent erhöht hat, wertet der ALM als Zeichen, dass einerseits die Teststrategie in die richtige Richtung geht aber auch das Infektionsgeschehen insgesamt wieder zunimmt: „Wir entdecken mit weniger Tests mehr infizierte Menschen. Das ist nicht nur effektiv, sondern auch höchst effizient“, bestätigt ALM-Vorstand Prof. Jan Kramer. Eine mehr anlassbezogene Testung entlaste auch die Krankenkassen, Krankenversicherungen sowie Beitrags- und Steuerzahler. Erst in der vergangenen Woche wurde ein „Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Umsetzung der ‚Sozialgarantie 2021‘“ bekannt, wonach der Gesundheitsfonds zwar einen Bundeszuschuss von 5 Mrd. Euro bekommt, die Reserven der GKV jedoch auf ein Minimum abgeschmolzen werden und der Zusatzbeitrag erhöht wird.

„Als verantwortungsvolle Fachärztinnen und Fachärzte in der Patientenversorgung ist es unsere Aufgabe und Verantwortung, auf ressourcenschonendes Infektionsmanagement zu achten und die Nationale Teststrategie des zielgerichteten und anlassbezogenen Testens bei breitem und niedrigschwelligem Testangebot zu unterstützen“, betont der ALM-Vorsitzende Dr. Michael Müller. Deshalb begrüße man es auch sehr, dass mit den Antigen-Tests, ob als Vor-Ort-Test in Situationen mit hohem Bedarf an schnellen Entscheidungen oder als Labor-Test, eine weitere wichtige diagnostische Säule zur Verfügung stehe. „Wenn die Tests auch in der täglichen Anwendung so leistungsfähig sind, wie wir es für die erfolgreiche Eindämmung der Pandemie benötigen, werden sie zu einer weiteren Entlastung der PCR-Testkapazitäten beitragen“, zeigt sich Prof. Kramer mit Blick auf die kommenden Wochen zuversichtlich.

Unterstützung für eine zielgerichtete Testung hatte es zuletzt auch vom KBV-Vorsitzenden Dr. Andreas Gassen gegeben, der in der KBV-Vertreterversammlung konstatierte, es brauche eine deutlich über die Maskenfrage hinausreichende Strategie, um einen erneuten flächendeckenden starken Anstieg von Infektionen zu vermeiden. Auch der Hausärzteverband setzt auf eine Priorisierung der Testungen. Die Behandlung erkrankter Menschen sei und bleibe Kern der ärztlichen Tätigkeit, heißt es in einem Entschließungsantrag an den 41. Hausärztetag, der vergangene Woche in Berlin tagte. „Das unterstützen wir als Fachärzte im Labor zu einhundert Prozent“, bekräftigt Dr. Michael Müller.

Ein Hinweis in eigener Sache: Um insbesondere Landrät*innen und Bürgermeister*innen sowie Entscheider*innen für die labordiagnostische Versorgung vor Ort einen besseren Überblick zu geben, haben wir die Informationsseite „Corona Diagnostik Insights“ mit Laborfinder sowie Zahlen, Daten und Fakten zur Covid-19-Labordiagnostik eingerichtet. Diese erreichen Sie unter www.corona-diagnostik-insights.de

Darüber hinaus finden Sie hier auf unserer Homepage einen umfassenden Katalog an Fragen und Antworten zum Thema. Diesen aktualisieren wir regelmäßig. Bei weiteren Fragen freuen wir uns über Ihre schriftliche Anfrage an c.wanke@alm-ev.de.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen.

Weitere Infos zum SARS-CoV-2 Virus und zu Covid-19 und zur aktuellen Lage finden Sie unter

www.rki.de  /  www.bmg.bund.de  /  www.kbv.de

Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.

ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzt*innen, rund 500 Naturwissenschaftler*innen und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeiter*innen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland.

Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK).

Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.

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Zur Abwertung der Kostenerstattung für die SARS-CoV-2-PCR:

Wir haben keine finanzielle Unterstützung für die erheblichen Kosten zum Aufbau der digitalen Strukturen bekommen, die für die Anbindung an die Corona-Warn-App und die verpflichtende Meldung an DEMIS erforderlich waren.

Wer sind wir?
Wir sind der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in 🇩🇪
Wir vertreten über 200 Labore mit 900 Fachärzt*innen, 500 Naturwissenschaftler*innen und 25.000 Mitarbeitenden

Ziel ist die Förderung einer hochwertigen labormedizinischen ...Patientenversorgung

Testzahlen der KW19:

👉🏼 743.197 durchgeführte PCR-Tests (KW18: 827.101)
👉🏼297.957 waren davon positiv (KW18: 357.358)
👉🏼 Positivrate: 40,1% (KW18: 43,2%)

Die nächsten aktuellen Testzahlen gibt es hier wieder nächsten Dienstag, 31.05.22

Der Bewertungsausschuss hat eine erneute drastische Abwertung der Kostenerstattung für die SARS-CoV-2-PCR🧪 in der Patientenversorgung beschlossen.

👉🏼 Diese Leistung wird um 22 Prozent von derzeit 35 Euro auf 27,30 Euro abgewertet – ein falsches und kontraproduktives Signal.

Ab wann werden Frauen unfruchtbar? 🤰🏼
Schwer zu definieren. Die Zahlen sagen:
Ab dem Alter von 30 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen rapide ab. Ab 35 Jahren zeigen Eizellen zunehmend genetische Veränderungen.

Mehr dazu in unserem Heft:

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993 Malariafälle zählte das RKI im Jahr 2019 hierzulande.
97 Prozent der Infektionen hatten die Betroffenen in Afrika erworben. In 96 Prozent aller Fälle war der Erreger jener der
gefährlichsten Malariaform: Plasmodium falciparum.

Unsere Labore helfen!

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Oft wird gedacht: Sepsis, also eine Blutvergiftung🩸, findet vor allen in Krankenhäusern statt.
Dabei entwickeln sich 80 Prozent aller Fälle von Sepsis außerhalb von Krankenhäusern.

Eine schnelle Labordiagnose ist hier unabdingbar!

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Wir sehen gerade mit abnehmender Auslastung der Labore 🧪und des abschwächenden Infektionsgeschehens es als erforderlich, dass die Gesundheitspolitik im Zuge der Anpassung der Coronavirus-Testverordnung den Fokus auf die Vorbereitungen für den Herbst und Winter legt.

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