Der ALM e.V. meldet sich in ALM aktuell mit Zahlen, Daten, Fakten und einem Experteninterview in der Diskussion um MVZ und Ökonomisierung zu Wort

Knieps: „Die Diskussion um Freiberuflichkeit halte ich für verlogen!“

Rechtzeitig zur heißen Phase der parlamentarischen Beratungen zum Terminservice- und Versorgungsgesetz veröffentlicht der fachärztliche Berufsverband der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. heute in seinem Newsletter ALM aktuell Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Medizinische Versorgungszentren und setzt sich mit den diskutierten Regelungsinhalten auseinander:

„Es kann nicht sein, dass nur, weil vielleicht im zahnärztlichen Bereich ein Regelungsbedarf gesehen wird, die Weiterentwicklung etablierter, gut funktionierender Strukturen im Bereich Labor gefährdet wird“, mahnt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V. „Viele Jahre hat die Politik darum gerungen, die Zusammenarbeit der Leistungserbringer zu fördern und dazu wettbewerbsorientierte Kooperationsstrukturen wie MVZ möglich gemacht. Zwischenzeitlich haben sich in der Labordiagnostik Strukturen etabliert, die genau dies erreichen und qualitätsorientiert, effizient und effektiv Patienten in Stadt und Land versorgen. Es gibt keinen Anlass, diesen Erfolg und seine Weiterentwicklung in Frage zu stellen, weil sich plötzlich in anderen Bereichen der politisch gewünschte Wettbewerb entfaltet“, so Müller.

Schließlich sollte es im Gesundheitswesen in erster Linie darum gehen, Patienten bestmöglich und professionell zu versorgen. Müller weiter: „Funktionäre, Ärzte und Gesundheitsunternehmen, die das verinnerlichen, werden in diesem Wettbewerb um beste Medizin ganz vorne liegen!“ Man könne den Eindruck gewinnen, manchem gehe es dagegen mehr um Besitzstandswahrung und Konkurrenzkontrolle.

Die Position des ALM e.V. wird auch von prominenten Gesundheitsexperten unterstützt – wie zum Beispiel Franz Knieps, heute Vorstand des BKK-Dachverbandes, seinerzeit als Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium einer der Geburtshelfer der MVZ: „Auch die einzelne Arztpraxis – sei sie noch so klein – strebt natürlich nach Gewinn. Und manchmal ist dieses Gewinnstreben hemmungsloser als bei einer größeren Firma, die öffentlich Rechenschaft ablegt, eine Bilanz aufstellt und sich in die Karten schauen lässt“, sagt Knieps im Interview in ALM aktuell. Überdies halte er die derzeitige Diskussion um Freiberuflichkeit für „verlogen“. Knieps: „Mit die qualifiziertesten Ärzte sitzen als Spezialisten, als Forscher, als Spitzenmediziner in Kliniken. Die sind ihr ganzes Leben lang nicht als Unternehmer tätig. Und keiner würde bestreiten, dass sie freiberuflich tätige und exzellente Ärzte sind.“

Parallel zur Veröffentlichung von ALM aktuell hat der ALM e.V. auch seine Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages übermittelt. Hier erteilt der größte fachärztliche Berufsverband im Bereich Labor Vorschlägen, die MVZ-Gründereigenschaft von Krankenhäusern in räumlicher Hinsicht und in fachlicher Hinsicht zu begrenzen, eine klare Absage: „Es gibt keine sachgerechten Gründe für diese Beschränkungen“, so der ALM e.V. Dass Monopolisierung und Ökonomisierung der Medizin keine wünschenswerten Entwicklungen sind, sei auch für die Laborärzte unbestritten. Maßnahmen zur Eindämmung dieser Entwicklungen wären jedoch in erster Linie über die Stärkung der freiberuflichen ärztlichen Tätigkeit, ob angestellt oder in Selbständigkeit, und die Unterstützung junger Kolleginnen und Kollegen bei der Praxisgründung sinnvoll.

Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.

ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzt*innen, rund 500 Naturwissenschaftler*innen und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeiter*innen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland.

Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK).

Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.

Pressekontakt

Geschäftsstelle

Akkreditierte Labore in der Medizin – ALM e.V.
HELIX HUB
Invalidenstraße 113
10115 Berlin

Telefon: 030 403 688 4000
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Testzahlen der KW19:

👉🏼 743.197 durchgeführte PCR-Tests (KW18: 827.101)
👉🏼297.957 waren davon positiv (KW18: 357.358)
👉🏼 Positivrate: 40,1% (KW18: 43,2%)

Die nächsten aktuellen Testzahlen gibt es hier wieder nächsten Dienstag, 31.05.22

Der Bewertungsausschuss hat eine erneute drastische Abwertung der Kostenerstattung für die SARS-CoV-2-PCR🧪 in der Patientenversorgung beschlossen.

👉🏼 Diese Leistung wird um 22 Prozent von derzeit 35 Euro auf 27,30 Euro abgewertet – ein falsches und kontraproduktives Signal.

Ab wann werden Frauen unfruchtbar? 🤰🏼
Schwer zu definieren. Die Zahlen sagen:
Ab dem Alter von 30 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen rapide ab. Ab 35 Jahren zeigen Eizellen zunehmend genetische Veränderungen.

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993 Malariafälle zählte das RKI im Jahr 2019 hierzulande.
97 Prozent der Infektionen hatten die Betroffenen in Afrika erworben. In 96 Prozent aller Fälle war der Erreger jener der
gefährlichsten Malariaform: Plasmodium falciparum.

Unsere Labore helfen!

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Oft wird gedacht: Sepsis, also eine Blutvergiftung🩸, findet vor allen in Krankenhäusern statt.
Dabei entwickeln sich 80 Prozent aller Fälle von Sepsis außerhalb von Krankenhäusern.

Eine schnelle Labordiagnose ist hier unabdingbar!

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Wir sehen gerade mit abnehmender Auslastung der Labore 🧪und des abschwächenden Infektionsgeschehens es als erforderlich, dass die Gesundheitspolitik im Zuge der Anpassung der Coronavirus-Testverordnung den Fokus auf die Vorbereitungen für den Herbst und Winter legt.

Wie viel Testkapazität 🧪 brauchen wir im Winter?
👉🏼 Mit den Erfahrungen aus dem letzten Pandemiewinter sollten nun die notwenigen Testkapazitäten benannt werden.

Wir brauchen Planungssicherheit, denn das bindet erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen.

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