Pressekonferenz des ALM e.V. zum Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Labore fordern gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen den Fachkräftemangel

Die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.) machen sich seit langem für die Labormedizin als Konditionalfach stark. „Prävention, Früherkennung von Krankheiten, sichere Diagnosen und die Abschätzung von Krankheitsverläufen und Therapiemonitoring setzen labormedizinische Leistungen aus ärztlicher Hand zwingend voraus. Der zunehmende Bedarf an Diagnostik mit den neuen Entwicklungen in der personalisierten Medizin und eine hohe Versorgungsqualität mit medizinischer Labordiagnostik sind nur mit qualifizierten Fachkräften zu erreichen“, so ALM-Vorsitzender Dr. Michael Müller einleitend zur Pressekonferenz des fachärztlichen Berufsverbandes zum Thema Fachkräftemangel. „Im Rahmen der Pandemie haben die fachärztlichen Labore ihre Leistungsfähigkeit ganz besonders unter Beweis gestellt. Die Öffentlichkeit hat wahrgenommen, wie wichtig eine effiziente und qualitätsgesicherte Diagnose aus den fachärztlichen Laboren für die Einschätzung und Eindämmung der Pandemie ist. Ohne die medizinischen Fachkräfte in den Laboren wäre dies nicht möglich gewesen.“

Selbst mit dem hohen Automatisierungsgrad in den Laboren lässt sich der Mangel an Personal jedoch nicht ausgleichen. Trotz eines generellen Anstiegs der Beschäftigtenzahl insgesamt ist ein deutlicher Mangel vor allem an medizinisch-technischen Laborberufen zu verzeichnen, auch aufgrund des deutlich steigenden Bedarfs an medizinischer Labordiagnostik. Darauf hat der ALM e.V. im Verlauf der Pandemie immer wieder hingewiesen. „Das Thema Fachkräftemangel betrifft nicht nur die Pflege. Wir alle im Gesundheitswesen müssen gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um das Personalproblem im Gesundheitswesen zu lösen“, fordert Müller.

Finanzierung der neuen MTLA-Ausbildung muss überarbeitet werden

Die Akkreditierten Labore in der Medizin unterstützen die im kommenden Jahr in Kraft tretende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Medizinische Technologinnen und Medizinische Technologen (MTAPrV) ebenso wie die lange notwendige Reform des Gesetzes über technische Assistenten in der Medizin (MTAG). Allerdings ist die Finanzierung der Ausbildung in ambulant tätigen Laboren und für private Bildungseinrichtungen wie MTA-Schulen noch immer weitgehend ungeklärt. Bereits im Februar hatte der ALM e.V. mit einem Schreiben an die Mitglieder des Bundestages auf das Problem hingewiesen. „Wir sind erfreut, dass die Gesundheitsministerkonferenz vor wenigen Tagen das zuständige Ministerium aufgefordert hat, vor Inkrafttreten des Gesetzes eine Regelung zur Finanzierung der Ausbildung vom MTAs auch außerhalb von Krankenhäusern zu erlassen“, so Fabian Raddatz, Sprecher der Arbeitsgruppe MTA des ALM e.V. und Geschäftsführer des Labor Berlin.

Attraktivität medizinischer Berufsbilder muss erhöht werden

„Die Pandemie hat zwar das Licht auch auf den medizinischen Bereich der Labore gelenkt und sie in den Fokus der breiten Öffentlichkeit treten lassen, doch die für uns wichtigen Berufsbilder ‚hinter den Kulissen‘, die den größten Anteil der Arbeit hatten, bleiben nach wie vor oft unbemerkt“, bedauert Carola Jaster, Mitglied der Arbeitsgruppe MTA des ALM e.V. „Die Attraktivität einer ärztlichen Tätigkeit in einem medizinischen Labor wird den Studierenden oft nur sehr eingeschränkt vermittelt, dabei spielt doch die interdisziplinäre Beratung zwischen behandelnder Ärzt*in und Laborärzt*in von der Indikationsstellung bis hin zur fallbezogenen Befundinterpretation eine zentrale Rolle. Hier sollte künftig ein stärkerer Fokus für medizinische Berufe schon in der schulischen Ausbildung und auch im Rahmen von Berufsberatungen erfolgen“, fordert der ALM-Experte Raddatz.

Forderung nach mehr Durchlässigkeit

Eine weitere Forderung der Labore, die zur Beseitigung des Mangels an Fachkräften beitragen kann, ist die Förderung der Durchlässigkeit der verschiedenen medizinnahen Assistenzberufe. „In Bezug auf die Anerkennung der Ausbildung anderer Assistenzberufe (CTA, BTA, MFA u. a.) wäre ein Ausbildungscurriculum hilfreich, damit ein Berufswechsel einfacher wird. Die bisherige Ausbildung muss als ein Teil der zu absolvierenden Weiterbildung möglichst unkompliziert anerkannt werden, ohne wieder von vorn anfangen zu müssen“, so Raddatz abschließend.

Um die Forderungen der Labore zu untermauern, wird der ALM e.V. in den kommenden Wochen im Rahmen einer zentralen Datenerhebung die Ausbildungs- und Fachkräftesituation (ärztlicher Dienst und MTLA) in den Laboren ermitteln und darüber berichten.

Als Hintergrundinformation finden Sie auf der Website des ALM e.V. die Präsentation zur Pressekonferenz sowie ein ausführliches Positionspapier zum Thema Fachkräftemangel. Darüber hinaus finden Sie weitere fachspezifische Informationen zum Thema MTA auf der Website der Arbeitsgruppe MTA.

Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.

ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzt*innen, rund 500 Naturwissenschaftler*innen und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeiter*innen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland.

Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK).

Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.

Pressekontakt

Geschäftsstelle

Akkreditierte Labore in der Medizin – ALM e.V.
HELIX HUB
Invalidenstraße 113
10115 Berlin

Telefon: 030 403 688 4000
E-Mail: kontakt@alm-ev.de
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Wir fordern eine Verbesserung der Qualität in Testzentren🧪:

Mit dem COVID-19-Schutzgesetz ist dem Bundesminister für Gesundheit kein großer Wurf gelungen. Die Regelungen verhindern nicht den Missbrauchs in den Testzentren, sondern regeln lediglich die anschließende Kontrolle.

Den leichten Wiederanstieg der #Corona-Wellen belegen auch die heute vorgestellten Zahlen des Laborverbandes @ALMevTeam. Demnach ist in den letzten 14 Tagen sowohl die Zahl der PCR-Tests insgesamt also auch der Anteil der positiven Testergebnisse wieder gestiegen. (10/x)

#Corona-Testzahlen der KW37:

👉🏼 491.712 durchgeführte PCR-Tests (KW36: 466.209)
👉🏼 davon waren 173.991 positiv (KW36: 155.960)
👉🏼 Positivrate liegt bei 35,4% (KW36: 33,5%)

Fun fact: Rund 350.000 Kilometer legen wir jeden Tag für Labordiagnostik 🚚🧪zurück.

👉Denn mehr als 3/4 der Diagnosen werden auf Grundlage eines Laborergebnisses gestellt. Diese müssen von Praxen, Krankenhäusern und Ambulanzen zügig in unsere Labore gebracht werden.

Wie sieht die Diagnostik im Jahr 2030 aus? 🧪🤖
Darüber sprechen wir auf unserer Fokusveranstaltung am 21.11.

Robotik, Machine Learning, Interoperabilität, Big Data und Künstliche Intelligenz sind hier einige Buzzwords, die wir dort aufgreifen werden.

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Fokusveranstaltung des ALM e.V. 2022

Zukunft Labordiagnostik – Die Fokusveranstaltung des ALM e.V. 2022 DIAGNOSTIK 2030: Digital, innovativ, leistungsfähig — Gute Medizin nur mit...

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In der aktuellen Ausgabe der @RedaktionMK beschreiben unsere Vorstände Nina Beikert und Dr. Michael Müller ihre "Lessons learned" der SARS-CoV-2-Pandemie.

Der Artikel ist hier einsehbar (Seite 32):
https://www.management-krankenhaus.de/restricted-files/152364

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Knapp 1,8 Mio
offene Stellen im Gesundheitswesen können in 2035 voraussichtlich nicht mehr besetzt werden

Hier geht es zur Studie:

https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma/fachkraeftemangel-im-deutschen-gesundheitswesen-2022.html

Laut einer Studie zum Fachkräftemangel können im Jahr 2035 in 🇩🇪voraussichtlich 1,8 Millionen offene Stellen im Gesundheitswesen nicht mehr besetzt werden. Davon ist auch die Labormedizin betroffen.

In unserem Papier zeigen wir mögliche Lösungen auf:
https://www.alm-ev.de/aktivitaeten/arbeitsgruppen/ag-mta/

Für ein weiteres Auslaufen der #Sommerwelle sprechen auch die Test-Zahlen, die der Laborverband @ALMevTeam heute veröffentlicht hat. Wichtig ist hierbei vor allem, dass der Anteil der positiven Tests von 40,1% vor 2 Wochen auf nun 34,1% gesunken ist. (8/x)

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