Ungerechtfertigte Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses: Nur vier Monate nach der Einführung der SARS-CoV-2-PCR in Deutschland soll die Vergütung um ein Drittel abgesenkt werden – ohne nachvollziehbare Sachgründe.

Leistungsversprechen mehr als erfüllt – Vergütungsversprechen gebrochen: GKV bestraft Fachärzte im Labor für außerordentlichen Einsatz mit weniger Honorar

Auch in der vergangenen Woche haben die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. wieder außerordentliche Arbeit geleistet: So wurden in der 24. Kalenderwoche in den an der Umfrage teilnehmenden 135 Laboren 278.410 SARS-CoV-2-PCR-Tests ausgewertet und insgesamt 48.509 Antikörpertests durchgeführt. Darüber hinaus stehen aktuell rund 900.000 Tests pro Woche für eine qualitätsgesicherte und umfassende Covid-19-Diagnostik zur Verfügung. Auch an der Fertigstellung der so genannten Corona-Warn-App, die ab heute zum Download bereitgestellt werden soll, haben sich die Expert*innen aus den Laboren beteiligt. „Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie leistungsfähig wir als Fachärztinnen und Fachärzte im Labor nicht nur in der flächendeckenden Versorgung, sondern auch in Fragen der Digitalisierung sind“, sagt Dr. Michael Müller.

Was den 1. Vorsitzenden des ALM e.V. jedoch sehr bewegt, ist die ungerechtfertigte Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses unter Prof. Jürgen Wasem: „Die Facharztlabore in Deutschland fühlen sich durch den Beschluss verhöhnt und gedemütigt. Nur vier Monate nach der Einführung dieser für die gesamte Welt neuen Diagnostik in Deutschland soll die Vergütung um ein Drittel abgesenkt werden – und das, ohne dass man sich auch nur ein wenig Mühe gegeben hätte, nachvollziehbare Sachgründe dafür vorzubringen“, bringt es Dr. Müller auf den Punkt.

„Dieser Beschluss wertet die herausragende Arbeit der vielen Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Laboren so stark ab wie kaum eine andere honorarpolitische Entscheidung zuvor. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die Krankenkassen nicht wirklich an einem partnerschaftlichen Konzept zur Bekämpfung der Pandemie interessiert sind: Selbst in der Krise, in der wir alle aufeinander angewiesen sind und die Labore entscheidend zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie beitragen, drückt die GKV primär die Preise der Leistungserbringer“, betont Wolf Kupatt, Vorstand im ALM und Evangelos Kotsopoulos ergänzt: „Wir haben in vielen Gesprächen mit den gesetzlichen Krankenkassen dafür geworben, möglichst gezielt und effizient zu testen, damit die finanziellen Ressourcen verantwortungsvoll eingesetzt werden. Wir haben versucht, gemeinsam Lösungen für eine gute Versorgung zu entwickeln. Das scheint aber nicht das Interesse unserer Gesprächspartner zu sein, sondern nur, möglichst wenig Geld auszugeben“, so der ALM-Vorstand.

Dr. Christian Scholz, als Vorstand im ALM Sprecher der AG IT fügt an: „Auch bei der Einführung der Corona-Warn-App haben sich die Facharztlabore seit nunmehr sechs Wochen intensiv in den Prozess eingebracht. Sie haben Vor-Ort-Tests durchgeführt, Installationstests vorgenommen und in vielfältiger Weise ihre Erfahrungen eingebracht. Jetzt dürfen wir zur Kenntnis nehmen, dass zwar die großen Unternehmen für die Entwicklung und den Betrieb der App eine Honorierung erfahren. Bei den Facharztlaboren jedoch wurde eine Honorierung oder Aufwandsentschädigung nicht einmal diskutiert. Sieht so eine angemessene Wertschätzung im Sinne des Wortes aus?“ Scholz weiter: „Die Kolleginnen und Kollegen in den Laboren fragen sich jetzt, warum sie seit mehreren Monaten extreme Überstunden leisten, auf Wochenenden und Feiertage mit ihren Familien verzichten und jede Anstrengung auf sich nehmen, um so schnell wie möglich alle Abstrichuntersuchungen auf SARS-CoV-2 mit der PCR-Testung zu bearbeiten.“

Entsetzt zeigt sich auch Prof. Jan Kramer: „Wir sind laut SGB V als Ärzte verpflichtet, Leistungen wirtschaftlich zu erbringen“, erklärt der Vorstand und Sprecher der AG Versorgungsforschung beim ALM e.V. Das setze voraus, dass Leistungen mindestens auch kostendeckend vergütet werden. „Mit den 39,40 Euro, die der Erweiterte Bewertungsausschuss nun festgesetzt hat, liegen wir definitiv nicht mehr im Rahmen und der enorme Aufwand um die Leistungen während der Pandemie ist nicht mehr gedeckt.“, so der Vorstand.

Die Mitglieder des ALM e.V. haben sich nun mit der Bitte, den Beschluss auszusetzen, an alle maßgeblichen Verantwortlichen und insbesondere den Bundesgesundheitsminister gewandt. ALM-Vorsitzender Dr. Müller hofft: „Wer testen, testen, testen als sinnvolle Strategie sieht, der wird uns auch dabei unterstützen, dass die GKV die Tests und diejenigen, die sie durchführen, angemessen bezahlt.“

Hinweis: Auf unserer Homepage finden Sie einen umfassenden Katalog an Fragen und den dazugehörigen Antworten. Diesen passen wir regelmäßig an. Sollten Sie darüber hinaus noch weitere Fragen haben, freuen wir uns über Ihre schriftliche Anfrage an c.wanke@alm-ev.de

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen!

Weitere Infos zum SARS-CoV-2 Virus und zu Covid-19 und zur aktuellen Lage finden Sie unter www.rki.dewww.bmg.bund.dewww.kbv.de

Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.

ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzt*innen, rund 500 Naturwissenschaftler*innen und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeiter*innen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland.

Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK).

Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.

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Wir fordern eine Verbesserung der Qualität in Testzentren🧪:

Mit dem COVID-19-Schutzgesetz ist dem Bundesminister für Gesundheit kein großer Wurf gelungen. Die Regelungen verhindern nicht den Missbrauchs in den Testzentren, sondern regeln lediglich die anschließende Kontrolle.

Den leichten Wiederanstieg der #Corona-Wellen belegen auch die heute vorgestellten Zahlen des Laborverbandes @ALMevTeam. Demnach ist in den letzten 14 Tagen sowohl die Zahl der PCR-Tests insgesamt also auch der Anteil der positiven Testergebnisse wieder gestiegen. (10/x)

#Corona-Testzahlen der KW37:

👉🏼 491.712 durchgeführte PCR-Tests (KW36: 466.209)
👉🏼 davon waren 173.991 positiv (KW36: 155.960)
👉🏼 Positivrate liegt bei 35,4% (KW36: 33,5%)

Fun fact: Rund 350.000 Kilometer legen wir jeden Tag für Labordiagnostik 🚚🧪zurück.

👉Denn mehr als 3/4 der Diagnosen werden auf Grundlage eines Laborergebnisses gestellt. Diese müssen von Praxen, Krankenhäusern und Ambulanzen zügig in unsere Labore gebracht werden.

Wie sieht die Diagnostik im Jahr 2030 aus? 🧪🤖
Darüber sprechen wir auf unserer Fokusveranstaltung am 21.11.

Robotik, Machine Learning, Interoperabilität, Big Data und Künstliche Intelligenz sind hier einige Buzzwords, die wir dort aufgreifen werden.

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Fokusveranstaltung des ALM e.V. 2022

Zukunft Labordiagnostik – Die Fokusveranstaltung des ALM e.V. 2022 DIAGNOSTIK 2030: Digital, innovativ, leistungsfähig — Gute Medizin nur mit...

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In der aktuellen Ausgabe der @RedaktionMK beschreiben unsere Vorstände Nina Beikert und Dr. Michael Müller ihre "Lessons learned" der SARS-CoV-2-Pandemie.

Der Artikel ist hier einsehbar (Seite 32):
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Knapp 1,8 Mio
offene Stellen im Gesundheitswesen können in 2035 voraussichtlich nicht mehr besetzt werden

Hier geht es zur Studie:

https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma/fachkraeftemangel-im-deutschen-gesundheitswesen-2022.html

Laut einer Studie zum Fachkräftemangel können im Jahr 2035 in 🇩🇪voraussichtlich 1,8 Millionen offene Stellen im Gesundheitswesen nicht mehr besetzt werden. Davon ist auch die Labormedizin betroffen.

In unserem Papier zeigen wir mögliche Lösungen auf:
https://www.alm-ev.de/aktivitaeten/arbeitsgruppen/ag-mta/

Für ein weiteres Auslaufen der #Sommerwelle sprechen auch die Test-Zahlen, die der Laborverband @ALMevTeam heute veröffentlicht hat. Wichtig ist hierbei vor allem, dass der Anteil der positiven Tests von 40,1% vor 2 Wochen auf nun 34,1% gesunken ist. (8/x)

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