Gute Medizin braucht die Fachärzte im Labor

 

Die Fokusveranstaltung des ALM e.V. am 19.11.2018 lockt 150 Gäste
in die Berliner Freiheit

Gute Medizin braucht die Fachärzte im Labor

Berlin, 21. November 2018

Kein Platz mehr frei in der Berliner Freiheit: Rund 150 Gäste aus Ärzteschaft, Politik und Wirtschaft waren zur Fokusveranstaltung des Verbandes der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. gekommen, um gemeinsam unter dem Motto „Medizin machen Ärzte“ zu diskutieren. Der Andrang beim jährlichen Empfang des fachärztlichen Berufsverbandes zeigte: „Der ALM kommt mit den Themen aus dem Labor aber auch mit seinen Botschaften immer mehr in der Fachöffentlichkeit an“, so dessen Geschäftsführerin Cornelia Wanke.

Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V., betonte zu Beginn der Veranstaltung die besondere Rolle der Fachärzte im Labor für die Versorgung: „Laborärzte sind essentiell im Gesundheitswesen. Und die Labormedizin ist ein Konditionalfach, ohne das kaum eine Diagnose oder gar Therapie möglich wäre.“ Deshalb müsse beim Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) auch dringend nachgebessert werden: Bei der Neubewertung technischer Leistungen dürfe es keine weitere Abwertung im Bereich der Labormedizin geben, so der Facharzt für Laboratoriumsmedizin. Und: „Die geplanten Anpassungen zum MVZ sind dringend zu überarbeiten. Wenn es Probleme im zahnärztlichen Bereich gibt, dann müssen diese auch dort gelöst werden. Die heute vorgesehenen Regelungen würden funktionierende Strukturen und damit eine heute erstklassige, in Deutschland flächendeckende Versorgung mit Labor in Frage stellen“, so Müller.

In einem Streitgespräch zur Frage: „Wer macht künftig Medizin: Ärzte oder Algorithmen“ tauschten sich Ewelina Türk, verantwortliche Ärztin beim Startup „Ada“ und Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender über die Möglichkeiten und Grenzen Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen aus. Hofmeister betonte, dass unterstützende Techniken sehr wohl in der Arztpraxis denkbar seien, das Arzt-Patienten-Verhältnis aber ein „geschützter Raum und unantastbar“ bleiben müsse. Türk bestätigte, man wolle mit Ada auch nicht den Arzt ersetzen, sondern nur ärztliches Wissen besser nutzbar machen – „und zwar besonders auch in Regionen, wo es gar keine Ärzte gibt“.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit Vertretern der GKV, der Ärzteschaft, von Unternehmen und der Politik wurden weitere Aspekte der Digitalisierung diskutiert. Der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich, Obmann im Gesundheitsausschuss, betonte in seinem Vortrag „Labordiagnostik im Wandel: Erfahrungen aus 16 Jahren Gesundheitspolitik“ die zunehmende Bedeutung von Diagnostik in der Medizin. Gerade deshalb könne es nicht angehen, dass ein Labor mit dem GKV-Honorar alleine nicht mehr auskömmlich arbeiten könne. „Da müssen wir die Finanzierung im EBM noch einmal grundsätzlich überdenken“, so Hennrich.

Abgerundet wurde die Fokusveranstaltung von der Premiere des neuen ALM-Films. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass Automatisierung, Standardisierung und Digitalisierung zwar Hilfsmittel für eine gute Versorgung sind, die Fachärzte und Mitarbeiter im Labor aber niemals ersetzen können. Das Fazit: Gute Versorgung mit Labor kann nur gelingen, wenn vom Laborkurier über Experten in Verwaltung und IT bis zu medizinischem Fachpersonal und Fachärzten alle Beteiligten Hand in Hand zusammenarbeiten.

Im Rahmen der Fokusveranstaltung stellte der ALM e.V. auch seine „Landmarks“ vor. Hierin enthalten sind alle wichtigen Daten rund um die Laborversorgung in Deutschland.

Den Film, Fotos zur Veranstaltung sowie die „Landmarks“ mit Zahlen, Daten und Fakten rund ums Thema Labor finden Sie Hier auf unserer Website. 


 

Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.

ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzten, rund 500 Naturwissenschaftlern und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeitern. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland. Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK). Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.

Pressekontakt

Cornelia Wanke
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