Knieps: „Die Diskussion um Freiberuflichkeit halte ich für verlogen!“

 

Der ALM e.V. meldet sich in ALM aktuell mit Zahlen, Daten, Fakten und einem Experteninterview in der Diskussion um MVZ und Ökonomisierung zu Wort

Knieps: „Die Diskussion um Freiberuflichkeit halte ich für verlogen!“

Berlin, 14. Januar 2019

Rechtzeitig zur heißen Phase der parlamentarischen Beratungen zum Terminservice- und Versorgungsgesetz veröffentlicht der fachärztliche Berufsverband der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. heute in seinem Newsletter ALM aktuell Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Medizinische Versorgungszentren und setzt sich mit den diskutierten Regelungsinhalten auseinander:

„Es kann nicht sein, dass nur, weil vielleicht im zahnärztlichen Bereich ein Regelungsbedarf gesehen wird, die Weiterentwicklung etablierter, gut funktionierender Strukturen im Bereich Labor gefährdet wird“, mahnt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V. „Viele Jahre hat die Politik darum gerungen, die Zusammenarbeit der Leistungserbringer zu fördern und dazu wettbewerbsorientierte Kooperationsstrukturen wie MVZ möglich gemacht. Zwischenzeitlich haben sich in der Labordiagnostik Strukturen etabliert, die genau dies erreichen und qualitätsorientiert, effizient und effektiv Patienten in Stadt und Land versorgen. Es gibt keinen Anlass, diesen Erfolg und seine Weiterentwicklung in Frage zu stellen, weil sich plötzlich in anderen Bereichen der politisch gewünschte Wettbewerb entfaltet“, so Müller.

Schließlich sollte es im Gesundheitswesen in erster Linie darum gehen, Patienten bestmöglich und professionell zu versorgen. Müller weiter: „Funktionäre, Ärzte und Gesundheitsunternehmen, die das verinnerlichen, werden in diesem Wettbewerb um beste Medizin ganz vorne liegen!“ Man könne den Eindruck gewinnen, manchem gehe es dagegen mehr um Besitzstandswahrung und Konkurrenzkontrolle.

Die Position des ALM e.V. wird auch von prominenten Gesundheitsexperten unterstützt – wie zum Beispiel Franz Knieps, heute Vorstand des BKK-Dachverbandes, seinerzeit als Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium einer der Geburtshelfer der MVZ: „Auch die einzelne Arztpraxis – sei sie noch so klein – strebt natürlich nach Gewinn. Und manchmal ist dieses Gewinnstreben hemmungsloser als bei einer größeren Firma, die öffentlich Rechenschaft ablegt, eine Bilanz aufstellt und sich in die Karten schauen lässt“, sagt Knieps im Interview in ALM aktuell. Überdies halte er die derzeitige Diskussion um Freiberuflichkeit für „verlogen“. Knieps: „Mit die qualifiziertesten Ärzte sitzen als Spezialisten, als Forscher, als Spitzenmediziner in Kliniken. Die sind ihr ganzes Leben lang nicht als Unternehmer tätig. Und keiner würde bestreiten, dass sie freiberuflich tätige und exzellente Ärzte sind.“

Parallel zur Veröffentlichung von ALM aktuell hat der ALM e.V. auch seine Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages übermittelt. Hier erteilt der größte fachärztliche Berufsverband im Bereich Labor Vorschlägen, die MVZ-Gründereigenschaft von Krankenhäusern in räumlicher Hinsicht und in fachlicher Hinsicht zu begrenzen, eine klare Absage: „Es gibt keine sachgerechten Gründe für diese Beschränkungen“, so der ALM e.V. Dass Monopolisierung und Ökonomisierung der Medizin keine wünschenswerten Entwicklungen sind, sei auch für die Laborärzte unbestritten. Maßnahmen zur Eindämmung dieser Entwicklungen wären jedoch in erster Linie über die Stärkung der freiberuflichen ärztlichen Tätigkeit, ob angestellt oder in Selbständigkeit, und die Unterstützung junger Kolleginnen und Kollegen bei der Praxisgründung sinnvoll.

Newsletter ALM aktuell 01/2019 lesen


 

Über ALM e.V.

Der ALM e.V. steht für die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labordiagnostischen Patientenversorgung in Deutschland. Der Verband vertritt aktuell über 200 medizinische Labore, in denen rund 900 Fachärztinnen und Fachärzte (schwerpunktmäßig Laboratoriumsmedizin und zudem Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, aber auch Humangenetik, Pathologie, Endokrinologie, Transfusionsmedizin sowie Immunologie) tätig sind, darüber hinaus über 150 Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung, rund 500 Naturwissenschaftler und etwa 25.000 qualifizierte Mitarbeiter. Der ALM e.V. ist damit der größte fachärztliche Berufsverband in der Labordiagnostik.

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