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FAQ – Die wichtigsten Antworten zur
Corona-Diagnostik (SARS-CoV-19-Testung)

 

Allgemeines zum ALM e.V.

Welchen Teil der Laborlandschaft deckt der ALM e.V. ab?

Die rund 200 ALM-Mitgliedslabore decken mehr als 80 Prozent der ärztlichen Labordiagnostik in Deutschland ab. Die Mitgliedslabore des ALM e.V. spiegeln die vielfältige Landschaft des Labors: Von größeren Facharztlaboren bis zum kleineren ärztlichen Labor, vom Klinik- bis zum Speziallabor. Die ALM-Labore sind flächendeckend in ganz Deutschland vertreten.

Stand: 26.05.2020

 

Allgemeines zur SARS-CoV-19-Testung

Wer wird getestet?

Die Labore untersuchen die an sie überwiesenen Proben auf SARS-CoV-2 mit der PCR (englisch Polymerase Chain Reaction, PCR; Polymerase-Kettenreaktion) zum Nachweis des Virus direkt. Einige Labore betreiben selbst Probenentnahmestellen in Zusammenarbeit mit den regionalen Behörden und Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Probenentnahmen erfolgen nach unserer Kenntnis entsprechend der Empfehlungen des RKI, die regelmäßig aktualisiert und den Erfordernissen angepasst werden.

Weitere Informationen: Website des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Stand: 31.03.2020

Wer trägt die Kosten?

Bei begründetem Verdacht und zur differentialdiagnostischen Abklärung tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Gesunde Personen oder Patient*innen ohne entsprechende Differentialdiagnose erhalten keine Kostenerstattung. Bei Privatpatient*innen erfolgt die Erstattung der Kosten über die jeweilige Versicherung wie bei den sonstigen labordiagnostischen Leistungen.

Weitere Informationen:

Website des GKV-Spitzenverbands

Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Stand: 31.03.2020

Wer ist besonders gefährdet?

Ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben Personen über 60 Jahren und Patient*innen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen oder Tumore). Kinder tragen ein eher geringes Risiko für schwere Verläufe.

Weitere Informationen:

Website des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Stand: 31.03.2020

 

Testkapazitäten

Wie viele Tests werden in Deutschland in den Laboren zurzeit durchgeführt?

Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin, ALM e.V., führt seit Anfang März in Abstimmung mit den Behörden auf Bundesebene eine strukturierte und standardisierte Datenerhebung durch. Die Ergebnisse werden an das RKI übermittelt und dort mit zusätzlich vorhandenen Daten zusammengeführt. Die Gesamtübersicht wird im RKI-Lagebericht veröffentlicht.

An der Datenerhebung des ALM e.V. beteiligen sich bundesweit aktuell 135 Labore aus dem ambulanten und stationären Bereich. Bis einschließlich KW 22 wurden in dieser Datenerhebung rund 3,5 Millionen PCR-Untersuchungen auf SARS-CoV-2 zusammengetragen. In der KW 22 (25.–31.05.2020) wurden von den 135 teilnehmenden Laboren insgesamt 342.170 Tests durchgeführt (KW 21: 296.634; KW 20: 364.716; KW 19: 329.912; KW 18: 271.137; KW 17: 292.472; KW 16: 268.095; KW 15: 294.406; KW 14: 334.682; KW 13: 319.772; KW 12: 267.329).

Die detaillierten Zahlen zum aktuellen Testgeschehen finden Sie in der Präsentation zur wöchentlichen Online-Pressekonferenz des ALM e.V.

Weitere Informationen:

Website des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Stand: 03.06.2020

Sind die Daten der Datenanalyse des ALM e.V. repräsentativ?

Die Daten der ALM-Datenerhebung sind repräsentativ. Sie stellen eine wichtige Grundlage für die bundesweiten Daten dar und machen etwa 80 bis 90 Prozent der Gesamtdatenmenge aus.

Stand: 31.03.2020

Reichen die Testkapazitäten?

Die Testkapazität der teilnehmenden Labore liegt pro Woche bei derzeit ca. 845.000 Tests. Die SARS-CoV-2-Laborkapazität verteilt sich in Deutschland flächendeckend. Die Testkapazität reichte bisher für die Anzahl der angeforderten Tests aus. Die fachärztlichen Labore arbeiten kontinuierlich einer weiteren Ausweitung der Testkapazitäten. Diese bleibt begrenzt durch die verfügbaren Geräte, die zusätzlich notwendige Sicherheitsausstattung, die für die Testdurchführung notwendigen Testreagenzien und – ebenso ganz entscheidend – von der Gesundheit und Verfügbarkeit des im Labor notwendigen spezifisch ausgebildeten Fachpersonals.

Stand: 26.05.2020

Welche Hersteller bieten Tests in den Laboren an?

Unsere Labore arbeiten mit den unterschiedlichsten Testplattformen (z. B. Roche, Hologic, Abbott, ThermoFisher, etc.) und methodischen Verfahren der Hersteller (z. B. Roche, Altona, r-biopharm, Seegene, etc.).

Stand: 31.03.2020

Wieviele Coronatests sind aus Ihrer Sicht möglich, wie viele sinnvoll und wo sind die Kapazitätsgrenzen?

Das ist eine spekulative Frage. Die Rahmenbedingungen (Geräte, Sicherheitsausstattung, Reagenzien, Personal) sind wichtige Kenngrößen. Im internationalen Vergleich verfügt Deutschland über eine sehr hohe Kapazität an flächendeckend verfügbaren Tests. Sinnvoll ist es, so viele Testkapazitäten wie möglich verfügbar zu halten, um im Verlauf der Epidemie immer möglichst allen Situationen mit unterschiedlichem Bedarf an Tests gerecht werden zu können.

Stand: 31.03.2020

Epidemiologen fordern deutlich mehr Tests, um nicht im Nebel zu stochern, Hotspots identifizieren und die Notwendigkeit und Wirksamkeit von Einschränkungen des öffentlichen Lebens beurteilen zu können. Wie begegnen Sie diesen Argumenten?

Möglichst viele Menschen, die nach den Entscheidungs- und Auswahlkriterien der Fachleute (in Deutschland das Robert-Koch-Institut) unter die Risikogruppe fallen, sollten auch getestet werden. Damit werden die notwendigen Informationen für die Beurteilung der Frage der Ausbreitung der Infektion erarbeitet. Es steht also im Vordergrund, die Tests bei den Menschen durchzuführen, die sie nach den genannten Empfehlungen benötigen.

Stand: 31.03.2020

Immer wieder wird Südkorea als Musterbeispiel bei Tests genannt. Wie steht Deutschland im Vergleich dazu da?

Deutschland testet im internationalen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau. Das zeigen auch verfügbare Vergleichsdaten. Die täglichen Testkapazitäten liegen in Deutschland, bezogen auf die Bevölkerungsgröße, oberhalb der Testkapazität z. B. von Südkorea. Entscheidend ist nicht so sehr der Vergleich mit anderen Nationen, sondern die Frage, ob und in welcher Weise die Testkapazitäten in Deutschland für die hier notwendige und im Sinne der erfolgreichen Bewältigung der Epidemie zielführende Teststrategie ausreichen.

Stand: 31.03.2020

Wie hoch ist gegenwärtig der Anteil von Coronatests am gesamten Arbeitsaufkommen in den medizinischen Laboren?

Der Anteil der SARS-CoV-2-Diagnostik an der Gesamtarbeit in einem Labor ist stark abhängig davon, ob und wieviele SARS-CoV-2-Tests ein Labor durchführt. Neben der Zahl spielt eine wichtige Rolle, dass die Durchführung der SARS-CoV-2-Tests einen besonderen Aufwand bedingen, eine längere Zeit in Anspruch nehmen und von speziell für molekularbiologische Verfahren geschultem Personal durchgeführt werden. In Laboren, in denen diese Methode bereits etabliert ist, z. B. für die Erkennung von anderen Infektionskrankheiten wie Hepatitis, HIV, Influenza oder anderen Infektionserregern, macht die Covid-19-Diagnostik jetzt einen großen Anteil aus.

Stand: 31.03.2020

Wie hoch darf der Anteil an Coronatests sein, um die Testung anderer Patienten nicht zu gefährden?

Da in der aktuellen Phase der Epidemie weniger Menschen in eine Arztpraxis gehen, werden zwar entsprechend weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dennoch ist es von großer Bedeutung, z. B. für chronisch Kranke, die regelmäßige Laboruntersuchungen benötigen, und auch für akute Erkrankungen außerhalb der Covid-19-Erkrankung, die fachärztliche Labordiagnostik in allen Bereichen aufrechtzuerhalten.

Dabei achten wir stets darauf, dass die Diagnostik für alle anderen medizinischen Fragestellungen weiterhin in der erforderlichen Weise durchgeführt werden kann. Wir sind froh und stolz, dass unsere Mitarbeiter*innen hierzu außerordentlich stark motiviert sind.

Stand: 31.03.2020

 

Lieferengpässe

Gibt es Lieferengpässe beim Labormaterial?

Bei der SARS-CoV-2-Diagnostik sind wir abhängig von den Lieferketten unserer Testhersteller. So kommt es vor, dass die Liefersituation auch mal so ist, dass wegen knapper Kapazitäten nicht alle Proben gleichtätig bearbeitet werden können. In anderen großen Ländern, wie den USA oder in Indien werden dieselben Geräte wie heirzuland benutzt. Die Testung dort wird ebenfalls drastisch hochgefahren.

Es gib weltweit nur fünf oder sechs größere Lieferanten für die Materialien, die wir brauchen. Diese Firmen haben natürlich ihrerseits die Produktion erhöht, das reicht aber nicht überall aus. Das haben wir in den vergangenen Tagen gespürt.

Stand: 31.03.2020

Wie sieht es mit der Ressource Personal aus?

Unser Personal ist hochmotiviert und sehr engagiert. Wir haben Vorsorge getroffen für den Fall stärkerer Krankheitswellen. Wir hoffen, dass wir so aufgestellt, diese Epidemie gemeinsam durchstehen können und dabei unsere wichtige Arbeit für die Versorgung der Bevölkerung mit medizinischer Labordiagnostik leisten können.

Wir arbeiten rund um die Uhr im Schichtbetrieb, auch am Wochenende. Bei uns in den Laboren arbeiten neben den Fachärzten zahlreiche Naturwissenschaftler und sehr viele medizinisch-technische Laborassistent*innen, die MTLAs. Das sind häufig jüngere Frauen, die von den Schließungen von Kitas und Schulen betroffen sind.

Stand: 31.03.2020

Warum soll wirklich nur nach RKI-Richtlinien getestet werden – warum nicht alle Menschen in Deutschland?

Es werden in Deutschland immer noch zu viele Menschen getestet, die eigentlich keinen Test brauchen. Das sind Menschen, die sich aus verständlichen Gründen Sorgen machen, die aber keine Symptome haben und einfach nur mal wissen wollen, ob sie sich vielleicht angesteckt haben.

Sowie die Zahl der Hausärzt*innen begrenzt ist, die Plätze im Klinikum begrenzt sind und die Betten auf der Intensivstation begrenzt sind, so sind auch die Ressourcen eines Labors begrenzt. Einen groben Hinweis über die unnötigen Tests gibt der Anteil der positiven Tests. Über das gesamte Land verteilt liegt der im Durchschnitt bei 7 bis 8 Prozent. Es gibt aber eine große Spanne: Bei manchen Ärzt*innen oder öffentlichen Anlaufstellen liegt der Anteil bei unter 5 Prozent.

Wenn besser ausgewählt wird, und wir viele Patienten mit Symptomen haben, dann sehen wir einen Anteil positiver Tests von deutlich mehr als 10 Prozent. Eine Bevölkerung unserer Größe einfach mal durchzutesten, das ist momentan praktisch nicht möglich. Dazu ist die PCR-Diagnostik auch nicht das richtige Mittel.

Weitere Informationen:

Website des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Website des Bundesministeriums für Gesundheit

Stand: 31.03.2020

 

Antikörpertests

Was sind Antikörpertests?

Ein Antikörpertest weist Antikörper nach, die vom Immunsystem eines Patienten gegen Teile von z. B. Erregern (Antigene) gebildet werden. Dies sind Eiweiß-, Zucker- oder Fett-Moleküle, die außen auf der Hülle von Viren oder Bakterien sitzen. Darunter gibt es solche, die bei mehreren verwandten Erregern vorkommen und andere, die ausschließlich auf der Oberfläche des gesuchten Keimes zu finden, also hoch spezifisch sind.

Stand: 20.04.2020

Was sind Antikörper?

Antikörper (Immunglobuline) werden grundsätzlich gegen alle körperfremden Stoffe gebildet, auf die unsere Immunzellen stoßen. Für eine möglichst genaue, spezifische Aussage eines Antikörpertests konzentriert man sich auf die hoch spezifischen Antikörper, die gegen die Erreger-typischen Proteine gerichtet sind.

Stand: 20.04.2020

Welche Antikörpertypen gibt es?

Während der Immunantwort auf einen Erreger werden zunächst frühe Antikörper gebildet (z. B. Immunglobulin A, kurz IgA, meist auch Immunglobulin M, kurz IgM) und im späteren Verlauf reifere Antikörper (IgG). Die Antikörper sind manchmal wenige Tage nach Eindringen des Erregers bereits messbar, manchmal erst nach Wochen, manchmal erst dann, wenn der Erreger den Körper schon wieder verlassen hat.

Die IgG-Antikörper bleiben in der Regel sehr lange, oft lebenslang im Blut nachweisbar. Im Falle eines nochmaligen Erregerkontaktes können diese Antikörper dann durch eine rasche Immunreaktion „nachgebildet“ werden. Diesen Bereitschaftszustand nennen wir Immunität.

Am Vorkommen von IgA bzw. IgM und IgG im Blutserum sowie am Verhältnis der IgA- und IgG-Konzentration zueinander können wir in vielen Fällen die Phase der Infektion erkennen. Ist zum Beispiel nur IgA zu messen und kein IgG, deutet das auf eine erst kürzlich zurückliegende Infektion hin. Der umgekehrte Fall – IgA negativ, IgG hoch – ist typisch für eine länger abgelaufene Infektion.

In unserem Fall wollen wir IgG- und IgA-Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen, um zu erfahren, ob und wann sich der Untersuchte mit dem Covid-19-Erreger immunologisch auseinandergesetzt hat. Und zwar mit SARS-CoV-2, und nicht etwa mit SARS-CoV-1, MERS oder einem anderen Coronavirus, von denen es eine Reihe harmloser Typen gibt, die ebenfalls Immunantworten hervorrufen. Das nennen wir hier „Kreuzreaktion“. Verbreitet sind z. B. Antikörper gegen das Corona-Virus OC-43.

Stand: 20.04.2020

Welche Rolle können Antikörpertests überhaupt im Rahmen der Pandemie spielen?

Aktuell bieten eine zunehmende Zahl an IVD-Herstellern Antikörperteste für die Durchführung in den fachärztlichen Laboren an. Diese Hersteller erweitern dadurch ihr bisher schon bestehendes Leistungsangebot/Portfolio in dem Bereich der infektionsimmunologischen Diagnostik und ergänzen so das Angebot auf den in den Laboren bereits vorhandenen Geräteplattformen oder bieten Testmethoden für systemoffene Plattformen (z. B. im Mikrotiterplattenformat) an.

Die Labore wählen für die Durchführung in der eigenen Einrichtung das für sie geeignete Testsystem aus. Bei der Auswahl spielen insbesondere die verfügbaren Daten zur Leistungsfähigkeit der angebotenen Teste (Sensitivität, Spezifität mit Daten zur Kreuzreaktivität, Impräzision) eine besondere Rolle neben den Fragen zu Laborabläufen und den im Labor verfügbaren Geräteplattformen.

Die bisherigen Erfahrungen mit anderen Infektionserkrankungen zeigen, dass eher eine breitere Angebotspalette an Testen in absehbarer Zeit verfügbar sein wird. Die Frage der diagnostischen Qualität wird dann durch die Einführung der externen Qualitätskontrolle mittels Ringversuchen in den kommenden Wochen besser zu beantworten sein.

In der Pandemie nehmen die Antikörpertest eine wichtige Rolle ein, um die Personen, die eine Infektion durchgemacht haben, auch dann zu identifizieren, wenn sie möglicherweise keinen PCR-Test erhalten haben. Das kann der Fall sein, wenn die Personen selbst ihre Symptome nicht mit einer COVID-19-Erkrankung in Verbindung gebracht haben oder die Personen vielleicht zur Gruppe gehören, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 ohne Symptome durchgemacht haben. Für diese Fragestellung werden Antikörpertests mit einer guten diagnostischen Qualität benötigt.

Stand: 20.04.2020

Was genau muss ein Sars-Cov-2 Test leisten, damit er sicher einen Antikörper gegen das Sars-Cov-2-Virus nachweist?

Ein Test hat die Aufgabe, folgende Fragen zu beantworten:

  • Werden alle Kranken richtig erkannt? (Sensitivität)
  • Werden alle Gesunden richtig zugeordnet? (Spezifität)
  • Wie gut sagt ein positives Ergebnis das Vorliegen der Krankheit vorher? (PPV)
  • Wie gut schließt ein negatives Ergebnis das Vorliegen der Krankheit aus? (NPV)

Diese vier Faktoren werden in Prozent angegeben. Je näher der Wert an 100 % (das bedeutet, dass die Frage für alle Untersuchten mit ja beantwortet werden kann), desto besser ist der Test.

Diese Angaben sind statistische Werte, die bei der Untersuchung großer Gruppen in Studien ermittelt werden. Im Einzelfall, also bei der Untersuchung einer einzelnen Person, helfen Sie dann bei der Bewertung und Einordnung des Testergebnisses. Das geschieht immer im Zusammenhang mit der individuellen Situation (Kontakt mit dem Erreger, Symptome mit Zeitpunkt und Dauer des Auftretens, andere in Betracht kommende Erkrankungen usw.)

Für SARS-CoV-2 ist besonders von Bedeutung, dass der Test nicht reagiert, also negativ bleibt, wenn eine Person eine Infektion mit anderen Coronaviren, die bei Erkältungskrankheiten vorkommen können, Kontakt hatte. Wenn der Test dann in diesem Falle positiv ausfällt (also Erkältung durch Nicht-SARS-CoV-2-Erkältungs-Coronaviren), sprechen wir von einer Kreuzreaktion des Testes. Diese sollte möglichst gar nicht vorhanden sein.

 

Stand: 20.04.2020

Welche seriösen Aussagen lässt ein Antikörpertest derzeit zu?

Die ersten Ergebnisse sind ermutigend und lassen vorsichtige Aussagen über unbekannte Patientenproben zu:

  • Für die Bestätigung einer ausgeheilten Infektion nach positiver PCR ist der Test geeignet.
  • Der Test klärt auch, ob Patienten als „Antikörper-Spender“ geeignet sind. An einigen Universitäten und Blutspendezentralen laufen entsprechende Studien, um schwersterkrankten Patienten solche Antikörper-Spenden verabreichen zu können (Passivimpfung).
  • Nur sehr eingeschränkt geeignet ist der Test zum „Freiscreenen“ von Personen, die weder klinische Symptome noch einen positiven PCR-Nachweis hatten.

 

Stand: 20.04.2020

Welche Antworten lässt der Antikörpertest derzeit noch nicht zu?

In der momentanen Phase der Pandemie erhofft sich die Öffentlichkeit Aussagen aufgrund des Antikörper-Nachweises, wie sie uns von anderen Viruserkrankungen vertraut sind, z. B. Mumps und Masern.

Konkrete Beispiele:

  • Besteht eine akute Infektion mit SARS-CoV-2?
  • Darf ein Altenpfleger mit positivem Antikörpernachweis Kontakt zu pflegebedürftigen Senioren haben?
  • Kann ein IgG-positiver Risikopatient wieder seinem gewohnten Leben nachgehen, ohne besondere Schutzmaßnahmen?
  • Geht von einer IgG-positiven Krankenpflegerin tatsächlich keine Infektionsgefahr aus für Patienten mit Vorerkrankungen oder die Bewohner von Altenheimen mit dem bekannten erhöhten Risiko?
  • Dürfen Enkel mit positivem Antikörpernachweis wieder unbesorgt ihre Großeltern besuchen?

Diese Fragen können zum jetzigen Zeitpunkt mit den vorliegenden Testsystemen noch nicht abschließend beantwortet werden und sind Gegenstand von Studien, die auch bei den Mitgliedern des ALM e.V. durchgeführt werden. Es wird voraussichtlich einige Monate dauern, bis die Datenbasis tragfähig genug für seriöse Antworten wird.

 

Stand: 20.04.2020

Sind so genannte Antikörper-Schnelltests eine Alternative?

Hiermit sind z. B. Kassetten-Einzeltests gemeint, bei denen der Ablauf der Reaktion meist nicht sehr lange dauert. Sie werden deswegen als „Schnelltest“ bezeichnet. Sie sind bislang ungeeignet für die zuverlässige Beantwortung der oben genannten Fragen. Denn es liegen keine ausreichenden Studiendaten vor, die Sensitivität und Spezifität belegen würden.

Konkret:

  • Ein positiver Schnelltest belegt nicht zweifelsfrei eine durchgemachte Infektion mit SARS-CoV-2, oder gar Immunität. Der Getestete könnte sich demnach infizieren und das Virus weitergeben.
  • Ein negativer Schnelltest schließt eine zurückliegende Infektion mit SARS-CoV-2 nicht sicher aus. Der Getestete könnte demnach grundlos isoliert bleiben.
  • Wegen der Meldepflicht müssen positive Schnelltest-Ergebnisse ohnehin im Facharztlabor nachuntersucht werden, weil Schnelltest-Ergebnisse von den Meldebehörden nicht akzeptiert werden.

Und für die Antikörper-Schnelltests gilt dasselbe wie für Antikörper-Labortests: Zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 sind sie nicht geeignet, weil Antikörper erst Wochen nach Beginn der Infektion gebildet werden.

 

Stand: 20.04.2020

 

Bearbeitungszeit der Tests

Wie schnell werden die Tests bearbeitet?

Ein ganz großer Teil der Test wird innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft der Probe im Labor untersucht. Natürlich kommt es in einer Phase wie der, in der wir uns jetzt befinden, auch zu Verzögerungen. Jedes Labor hat zur Zeit hunderte, manchmal tausende Telefonanrufe am Tag zu bewältigen. Die Priorität hat dabei die Kommunikation der positiven Befunde an das RKI und die Gesundheitsämter.

Jeder einzelne Coronatest im Labor dauert mehrere Stunden. Bei negativen Befunden ist die Dringlichkeit nicht ganz so hoch. Wir kommunizieren die Ergebnisse stets an denjenigen, der die Probe zu uns geschickt hat. Das sind z. B. die Praxen oder die Abnahmestellen. Diese informieren dann die Patient*innen und haben auch alle Hände voll zu tun. Manchmal müssen Patient*innen deshalb zwei oder auch drei Tage auf ihren Befund warten. Das gilt jedoch nur für einen kleinen Teil. Auch melden sich Patient*innen, die sehr schnell ihr Ergebnis bekommen haben und hochzufrieden sind, eher selten zu Wort.

In der Regel arbeitet ein Labor mit Zeitstempeln nach dem "First-come-first-serve"-System. Was reinkommt, wird so schnell es geht, bearbeitet. Eine Priorisierung findet dann statt, wenn Ärzte uns Fälle schildern, die als medizinisch kritisch eingestuft werden – zum Beispiel bei stationären Patient*innen mit schweren Symptomen, Transplantationspatient*innen oder älteren Menschen, die ins Klinikum eingeliefert werden. Da ist es unsere Pflicht, so schnell wie möglich zu testen.

Stand: 31.03.2020

Werden privatversicherte Patient*innen beim Testen bevorzugt?

Nein. Dem Abstrichröhrchen im Labor können wir nicht ansehen, ob das der Abstrich einer Privat- oder GKV-Patient*in ist. Das sehen wir erst später in der Abrechnung. Es werden derartige Massen an Abstrichen behandelt, dass da absolut nicht unterschieden werden kann, wie die Patient*in versichert ist. Uns geht es ohnehin um die Patient*innen und nicht den Versicherungsstatus.

Es wird zwar in den Medien über die Testung von Politikern berichtet, die innerhalb von 24 Stunden ihre Testergebnisse haben. In der großen Menge der Testungen geht das jedoch unter. Aber auch die große Mehrheit aller anderen Menschen, über die nicht berichtet wird, haben innerhalb von 24 Stunden ihr Ergebnis.

Stand: 31.03.2020