SARS-CoV-2-Diagnostik: Infizierte erkennen, mögliche Varianten frühzeitig durch gezielte Mutationsanalysen und Vollgenomsequenzierung einstufen

Die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. sind auch auf die aktuelle Phase der COVID-19-Pandemie, die zusätzlich von der Verbreitung von Varianten des Virus geprägt ist, gut vorbereitet. Den wichtigen „Dreiklang“ aus früher Diagnose möglichst aller Infizierter mittels diagnostischer PCR-Tests, dem Tracking bereits bekannter Mutationen mit gezielter PCR und einer erweiterten Surveillance zum Auffinden neuer Mutationen über die Vollgenomsequenzierung bilden sie sicher und zuverlässig ab. „Wir in den fachärztlichen Laboren verfügen in allen drei Säulen über breite fachliche Kompetenzen“, stellt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V., fest. Vorstandsmitglied Evangelos Kotsopoulos bestätigt: „Innerhalb kürzester Zeit ist es uns gelungen, die erforderlichen Kapazitäten für die flächendecke Surveillance bereitzustellen sowie ein breites Mutationstracking zu den wesentlichen Mutationen der epidemiologisch relevanten zirkulierenden SARS-CoV-2-Varianten im Rahmen einer PCR-Nachtestung aufzubauen. Das zeigt, wie gut die fachärztlichen Labore in Deutschland aufgestellt sind.“  

Die wöchentliche Datenanalyse zeigt folgendes Bild: Die Zahl der SARS-CoV-2-PCR-Testungen liegt mit 993.304 (1.056.969 in KW 02) niedriger als in der Vorwoche, die Positivrate sinkt entsprechend dem Infektionsgeschehen auf 10 Prozent (Vorwoche: 10,8 Prozent). Insgesamt fielen bei den 170 an der Datenanalyse teilnehmenden Laboren aus dem ambulanten und stationären Bereich 99.716 SARS-CoV-2-PCR-Tests positiv aus.

„Ich bin froh, dass wir uns als fachärztliche Labore so schnell auf die mit dem vermehrten Auftreten von SARS-CoV-2-Varianten entstehenden Erfordernisse des Infektionsgeschehens und die damit verbundene Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums einstellen konnten“, sagt Dr. Michael Müller. Kaum habe man über die neue Virusvarianten B.1.1.7 und B.1.351 und deren Verbreitung auch in Deutschland Kenntnis erlangt, hätten außer dem Konsiliarlabor und den Universitäten auch die Mitgliedslabore des ALM e.V. reagiert und innerhalb von Tagen Kapazitäten für die Vollgenomsequenzierung und auch die gezielte Mutationsdiagnostik der für die Einschätzung der Pandemie wichtigen Virusvarianten mittels PCR verfügbar gemacht.

Zur Ausweitung der bisher bereits in der globalen Vernetzung bestehenden Übersicht zur Entwicklung aller Neumutationen in Deutschland hat das Bundesministerium für Gesundheit am 18. Januar die Coronavirus-Surveillanceverordnung erlassen. „Diese Verordnung ermöglicht es, die bis dahin im Nationalen Konsiliarlabor des RKI und einigen universitären Einrichtungen eher zentral durchgeführten Vollgenomsequenzierungen mit Hilfe spezialisierter niedergelassener Facharztlabore, vorerst bis in den Sommer, auch zur Aufdeckung neuer Mutationen zu nutzen“, erklärt Prof. Jan Kramer. Der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des ALM e.V. weiter: „Aktuell sind in den ersten Laboren die Verfahren bereits etabliert und validiert. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den medizinischen Laboren arbeiten dafür erneut unter Hochdruck.“ Die Ergebnisse der Vollgenomsequenzierungen der Facharztlabore aus dem ambulanten und stationären Bereich würden dem RKI übermittelt und dort ausgewertet, so Kramer.

Die sogenannte „britische“ Virusvariante B.1.1.7 stellt nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen die aktuell größte Bedrohung für eine Ausweitung der Infektionen in Europa und somit auch in Deutschland dar. „Deshalb schauen wir zusätzlich zur Coronavirus-Surveillanceverordnung bei den SARS-CoV-2-PCR-positiven Proben mittels zusätzlicher PCR-Verfahren auch auf das Vorhandensein spezifischer Mutationen, die typisch für die einzelnen SARS-CoV-2-Varianten sind“, erklärt Dr. Michael Müller. „Die Surveillance auf breiter Basis mittels Vollgenomsequenzierung wird so mit gezielter PCR-Mutationssuche unterstützt, sodass wir bereits innerhalb weniger Wochen nach Bekanntwerden der Virusmutationen und ihrer möglichen Bedeutung eine detailliertere Vorstellung zur Ausbreitung und Entwicklung der SARS-CoV-2-Mutationen in Deutschland haben.“

Eine erste Übersicht der fachärztlichen Labore in Deutschland, die Vollgenomsequenzierungen durchführen, finden Sie hier: www.corona-diagnostik-insights.de/vollgenomsequenzierungslabore/

Der ALM e.V. betont, dass die fachärztlichen Labore die PCR-Kapazitäten zur Untersuchung symptomatischer Personen, deren Kontaktpersonen und der vulnerablen Gruppen ausreichend vorhalten. Neben der strikten Einhaltung der Empfehlungen zur Kontaktreduktion, dem Abstandhalten, dem Tragen gut schützender Masken, der Nutzung der Corona-Warn-App und dem Lüften in Innenräumen sei gerade aktuell das Erkennen aller Infektionen von besonderer Bedeutung. Das Credo der fachärztlichen Labore im ALM e.V.: „Im Konzert mit öffentlichem Gesundheitsdienst, anderen Leistungserbringern und Behörden arbeiten wir im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung.“

Die Nationale Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts.

Ein Hinweis in eigener Sache: Um insbesondere Landrät*innen und Bürgermeister*innen sowie Entscheider*innen für die labordiagnostische Versorgung vor Ort einen besseren Überblick zu geben, haben wir die Informationsseite „Corona Diagnostik Insights“ mit Laborfinder sowie Zahlen, Daten und Fakten zur Covid-19-Labordiagnostik eingerichtet. Diese erreichen Sie unter www.corona-diagnostik-insights.de

Hier auf unserer Website finden Sie FAQ zum Thema. Diese aktualisieren wir regelmäßig. Bei weiteren Fragen freuen wir uns über Ihre schriftliche Anfrage an c.wanke@alm-ev.de.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen.

Weitere Infos zum SARS-CoV-2-Virus, zu COVID-19 und zur aktuellen Lage finden Sie unter www.rki.de  /  www.bmg.bund.de  /  www.kbv.de

Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.

ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzt*innen, rund 500 Naturwissenschaftler*innen und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeiter*innen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland.

Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK).

Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.

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Akkreditierte Labore in der Medizin – ALM e.V.
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993 Malariafälle zählte das RKI im Jahr 2019 hierzulande.
97 Prozent der Infektionen hatten die Betroffenen in Afrika erworben. In 96 Prozent aller Fälle war der Erreger jener der
gefährlichsten Malariaform: Plasmodium falciparum.

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Wir sehen gerade mit abnehmender Auslastung der Labore 🧪und des abschwächenden Infektionsgeschehens es als erforderlich, dass die Gesundheitspolitik im Zuge der Anpassung der Coronavirus-Testverordnung den Fokus auf die Vorbereitungen für den Herbst und Winter legt.

Wie viel Testkapazität 🧪 brauchen wir im Winter?
👉🏼 Mit den Erfahrungen aus dem letzten Pandemiewinter sollten nun die notwenigen Testkapazitäten benannt werden.

Wir brauchen Planungssicherheit, denn das bindet erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen.

38.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Epilepsie.

Die Untersuchung von Blutserum auf Antikörper kann bei einem erstmalig auftretenden epileptischen Anfall klären, inwieweit er auf eine Autoimmunreaktion zurückgeht.

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Dass dieser Rückgang keineswegs nur auf verändertes Testverhalten zurückgeht, zeigen die Zahlen die @ALMevTeam am Dienstag veröffentlicht hat. Die Testzahl ist in den letzten 3 Wochen nicht mehr gesunken, nur die Zahl der positiven Resultate. https://t.co/vf17Mt3GrQ (8/x)

Und noch 2 Indizien für das Abflauen der 5. #Corona-Welle. 1.) laut @ALMevTeam waren nur noch 43% der PCR-Tests positiv. Vor Ostern lag die Quote noch bei 56%. 2.) Die Gesamtzahl der Tests in den letzten 3 Woche kaum noch gesunken. Der Rückgang ist also real. (7/x)

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Datenauswertung des ALM e.V. zur SARS-CoV-2-PCR-Testung in KW 03